D - Dampfnudel mit Salzkruste und selbstgemachter Vanillesoße
(Rezept nicht von Gerlach)

Lieber Herr Gerlach, wie schwer ist das denn! Vermutlich wohne ich zur Zeit im falschen Land und habe zur falschen Jahreszeit am falschen Ende des Alphabets begonnen. Beim besten Willen konnte ich keinen deutschen Spargel auftreiben (mitten im Oktober und noch dazu in den USA!). Trotz der Entdeckung Amerikas und Dorschen vor Neufundland war weit und breit kein Dorsch in Sicht. Meine Fischquelle hat gerade beschlossen von Whole Foods aufgekauft zu werden und sah nach einer Woche 40%-alles muss-raus Discount so aus:

Also auch kein Dorsch! Und mal ehrlich, erwartet ihr etwa, dass ich ein Sattelschwein jagen gehe? Na also! (Wer hat hier "Ja" gesagt? Doch sicher nur um mich zu ärgern!)
Na gut, also auch dieses Mal wieder ein eigener Beitrag zum kulinarischen Alphabet: D wie Dampfnudeln.
Darüber, welches die echten sind und wie man sie "richtig" zubereitet, ist sich die Welt im Allgemeinen (und Christoph und ich im Besonderen) uneins: Auf Kartoffelbett gedampft oder mit Salzkruste, mit Milch und/oder saurer Brühe oder aber mit Weinsoße und/oder Vamillesoße - das kann zur Wissenschaft (oder zur Glaubensfrage) werden.
Wie immer weiss Wikipedia was zu diesem Thema und hat (zumindest in diesem Fall) absolut recht. Es heißt dort:
In der Pfalz ist die Dampfnudel ein traditionelles Hauptgericht, welches entweder mit süßen Beilagen (z.B. Weinsoße, Vanillesoße oder eingekochtem Obst wie Mirabellen, Zwetschgen, etc.) oder mit salzigen Beilagen (z.B. Kartoffelsuppe) gegessen wird.
Auch die Zubereitung ist, wie man sagt, nicht so einfach. Um das Berühmte "Zusammenfallen" zu verhindern gibt es allerlei Empfehlungen: zum Beispiel kann man die fertigen Dampfnudeln noch 10 Minuten ruhen lassen, oder allerlei anderes versuchen. Ganz besondere "Feinschmecker" raten gar zur Blasphemie: dem beidseitigen Anbraten der Dampfnudel. Diese Ratschläge sind, wie ich denke, nicht halb so wichtig, wie der notwendige Hinweis, dass die Dinger leider schneller anbrennen als man aus dem Bad zurück ist!
Dampfnudel mit Salzkruste und selbstgemachter Vanillesoße
Die Dampfnudeln:
(ergibt 5-6 Stück, je nach Größe)
250g Mehl
1/2 Päckchen Trockenhefe (entspricht 25g frischer Hefe)
1 Ei
125 ml Milch
50g Butter
50g Zucker
1 Prise Salz
etwas Wasser, 1 Prise Salz und 1EL Butter für die
beschichtete Pfanne mit gut schliessendem Glasdeckel.
1. Milch und Butter in einem kleinen Topf erwärmen, bis die Butter gescholzen ist.
2. Aus allen Zutaten einen Hefeteig kneten, bis er glatt und geschmeidig ist. Zugedeckt an einem warmen Ort gehen mindestens eine halbe Stunde gehen lassen. (Dies ist ein guter Zeitpunkt um die Zubereitung der Vanillesoße in Angriff zu nehmen. Wenn schon eine Pause, dann diese ordentlich nutzen, oder?)
3. Aus dem Teig 5-6 Kugeln formen (Etwas kleiner als ein Tennisball) und nochmal 20 min gehen lassen.
4. Wasser ca 1 Finger breit in die Pfanne füllen, 1EL Butter dazugeben und salzen. Dann die Teigbälle ins Wasser setzen und Deckel schliessen.
5. Bei mittlerer Hitze ca 20-30 min, d.h. bis das Wasser komplett verdampft ist, dämpfen. Unbedingt aufpassen, dass die Dampfnudeln nicht anbrennen. Am Ende geht alles ziemlich schnell.*
Wichtig: Den Deckel in der ganzen Zeit NIEMALS "lupfen"! Spickeln ist nicht erlaubt! Das ist definitiv kein Rezept für In-Töpfe-Gucker!
*Dann dampft und stinkt es in der Küche, man muss die Fenster aufreissen, damit die Feuermelder im Holzhäuschen nicht angehen und vorallem: die leckere Salzkruste ist dahin und die Dampfnudeln müssen ohne eben diesegenossen gegessen werden.
Die Vanillesoße
500 ml Milch
3EL Zucker
1 Ei
1 Vanilleschote oder 2TL flüssiges Vanilleextrakt
3TL Stärkepulver
1. Die Milch mit Zucker, Vanille und Stärkepulver aufkochen und vom Herd nehmen.
2. In die leicht abgekühlte Milch das Eigelb einrühren und ganz abkühlen lassen.
3. Das Eiweiß steif schlagen und in die kalte Vanillesoße rühren. Nicht zu fest, damit noch kleine Flöckchen übrig bleiben.
Add on
Auch Dampfnudel.com ist schon reserviert, ein Freizeithaus namens Dampfnudel in
Rülzheim zu finden. Wie immer:google weiß alles.


Lieber Herr Gerlach, wie schwer ist das denn! Vermutlich wohne ich zur Zeit im falschen Land und habe zur falschen Jahreszeit am falschen Ende des Alphabets begonnen. Beim besten Willen konnte ich keinen deutschen Spargel auftreiben (mitten im Oktober und noch dazu in den USA!). Trotz der Entdeckung Amerikas und Dorschen vor Neufundland war weit und breit kein Dorsch in Sicht. Meine Fischquelle hat gerade beschlossen von Whole Foods aufgekauft zu werden und sah nach einer Woche 40%-alles muss-raus Discount so aus:

Also auch kein Dorsch! Und mal ehrlich, erwartet ihr etwa, dass ich ein Sattelschwein jagen gehe? Na also! (Wer hat hier "Ja" gesagt? Doch sicher nur um mich zu ärgern!)
Na gut, also auch dieses Mal wieder ein eigener Beitrag zum kulinarischen Alphabet: D wie Dampfnudeln.
Darüber, welches die echten sind und wie man sie "richtig" zubereitet, ist sich die Welt im Allgemeinen (und Christoph und ich im Besonderen) uneins: Auf Kartoffelbett gedampft oder mit Salzkruste, mit Milch und/oder saurer Brühe oder aber mit Weinsoße und/oder Vamillesoße - das kann zur Wissenschaft (oder zur Glaubensfrage) werden.
Wie immer weiss Wikipedia was zu diesem Thema und hat (zumindest in diesem Fall) absolut recht. Es heißt dort:
In der Pfalz ist die Dampfnudel ein traditionelles Hauptgericht, welches entweder mit süßen Beilagen (z.B. Weinsoße, Vanillesoße oder eingekochtem Obst wie Mirabellen, Zwetschgen, etc.) oder mit salzigen Beilagen (z.B. Kartoffelsuppe) gegessen wird.
Auch die Zubereitung ist, wie man sagt, nicht so einfach. Um das Berühmte "Zusammenfallen" zu verhindern gibt es allerlei Empfehlungen: zum Beispiel kann man die fertigen Dampfnudeln noch 10 Minuten ruhen lassen, oder allerlei anderes versuchen. Ganz besondere "Feinschmecker" raten gar zur Blasphemie: dem beidseitigen Anbraten der Dampfnudel. Diese Ratschläge sind, wie ich denke, nicht halb so wichtig, wie der notwendige Hinweis, dass die Dinger leider schneller anbrennen als man aus dem Bad zurück ist!
Dampfnudel mit Salzkruste und selbstgemachter Vanillesoße
Die Dampfnudeln:
(ergibt 5-6 Stück, je nach Größe)
250g Mehl
1/2 Päckchen Trockenhefe (entspricht 25g frischer Hefe)
1 Ei
125 ml Milch
50g Butter
50g Zucker
1 Prise Salz
etwas Wasser, 1 Prise Salz und 1EL Butter für die
beschichtete Pfanne mit gut schliessendem Glasdeckel.
1. Milch und Butter in einem kleinen Topf erwärmen, bis die Butter gescholzen ist.
2. Aus allen Zutaten einen Hefeteig kneten, bis er glatt und geschmeidig ist. Zugedeckt an einem warmen Ort gehen mindestens eine halbe Stunde gehen lassen. (Dies ist ein guter Zeitpunkt um die Zubereitung der Vanillesoße in Angriff zu nehmen. Wenn schon eine Pause, dann diese ordentlich nutzen, oder?)
3. Aus dem Teig 5-6 Kugeln formen (Etwas kleiner als ein Tennisball) und nochmal 20 min gehen lassen.
4. Wasser ca 1 Finger breit in die Pfanne füllen, 1EL Butter dazugeben und salzen. Dann die Teigbälle ins Wasser setzen und Deckel schliessen.
5. Bei mittlerer Hitze ca 20-30 min, d.h. bis das Wasser komplett verdampft ist, dämpfen. Unbedingt aufpassen, dass die Dampfnudeln nicht anbrennen. Am Ende geht alles ziemlich schnell.*
Wichtig: Den Deckel in der ganzen Zeit NIEMALS "lupfen"! Spickeln ist nicht erlaubt! Das ist definitiv kein Rezept für In-Töpfe-Gucker!
*Dann dampft und stinkt es in der Küche, man muss die Fenster aufreissen, damit die Feuermelder im Holzhäuschen nicht angehen und vorallem: die leckere Salzkruste ist dahin und die Dampfnudeln müssen ohne eben diese
Die Vanillesoße
500 ml Milch
3EL Zucker
1 Ei
1 Vanilleschote oder 2TL flüssiges Vanilleextrakt
3TL Stärkepulver
1. Die Milch mit Zucker, Vanille und Stärkepulver aufkochen und vom Herd nehmen.
2. In die leicht abgekühlte Milch das Eigelb einrühren und ganz abkühlen lassen.
3. Das Eiweiß steif schlagen und in die kalte Vanillesoße rühren. Nicht zu fest, damit noch kleine Flöckchen übrig bleiben.
Add on
Auch Dampfnudel.com ist schon reserviert, ein Freizeithaus namens Dampfnudel in
Rülzheim zu finden. Wie immer:google weiß alles.

epsilon - 25. Oct, 08:51
3 comments - add comment - 0 trackbacks
Neudämpfer (guest) - 1. Apr, 17:37
Nur wie?
Liebe(r) epsilon,
vielen Dank für das Dampfnudel-Rezept und die hülfreichen Erläuterungen! Werde mich schwer am Riemen reißen müssen, den Topfdeckel nicht doch vor seiner Zeit zu lüften.
Nur - und diese Frage zeugt vielleicht von etwas zu kompliziertem Denken - wie erkenne ich denn, dass die köstlichen Ballen vor dem Anbrennen stehen, wenn ich nicht nachschauen darf? Oder ist das genau dann, wenn alles Wasser verdampft ist?
Verbindlichen Dank!
vielen Dank für das Dampfnudel-Rezept und die hülfreichen Erläuterungen! Werde mich schwer am Riemen reißen müssen, den Topfdeckel nicht doch vor seiner Zeit zu lüften.
Nur - und diese Frage zeugt vielleicht von etwas zu kompliziertem Denken - wie erkenne ich denn, dass die köstlichen Ballen vor dem Anbrennen stehen, wenn ich nicht nachschauen darf? Oder ist das genau dann, wenn alles Wasser verdampft ist?
Verbindlichen Dank!
epsilon - 2. Apr, 22:03
theoretisch ist das so, ...
... dass genau dann, wenn alles Wasser verdampft ist, die Dinger fertig sind. Man hört es auch ganz leich brutzeln am Ende. Wenn man dem zu lange zuhört (oder gar nicht dabei ist) dann brennen sie an. Meine Mama hat auch nach Jahren hin und wieder eine Pfanne anbrennen lassen. Ich glaube das gehört zum Geschäft (ein gewisses Risiko muss man eingehen - dann freut man sich aber umso mehr, wenn es am Ende gelingt!).
Bene (guest) - 28. Oct, 09:50
Mein Opa hat es immer am Geruch erkannt wann die Dampfnudel fertig waren.
Ich glaube dafür braucht man einfach Erfahrung...
Ich glaube dafür braucht man einfach Erfahrung...



Trackback URL:
http://zuckerundsalz.twoday.net/stories/4373956/modTrackback